Baubeginn Scheunenkindergarten

Mit einem feierlichen Spatenstich ist am 23. Februar 2026 der offizielle Startschuss für eines der bedeutendsten Bauprojekte der Gemeinde Fronhausen gefallen, den Umbau der ehemaligen Scheune in der Bahnhofstraße zur „Scheunenkita“. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der gemeindlichen Gremien, der beteiligten Planungs- und Baufirmen, die Eigentümerfamilie des Hofes und Nachbarn nahmen an der Veranstaltung teil. Auch die Presse zeigte großes Interesse – sogar in der Hessenschau und im Radio wurde über das Leuchtturmprojekt berichtet.

Die Gemeinde Fronhausen wurde im Jahr 2020 in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ aufgenommen. Das Programm verfolgt das Ziel, Stadt- und Ortskerne als attraktive Standorte für Wirtschaft und Kultur sowie als lebenswerte Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben zu stärken und weiterzuentwickeln. Über einen Zeitraum von zehn Jahren unterstützt es die Gemeinde bei Maßnahmen einer nachhaltigen innerörtlichen Entwicklung.

Als herausragendes Projekt innerhalb dieses Förderprogramms gilt der Scheunenkindergarten. Der Umbau steht beispielhaft für nachhaltiges Bauen im Bestand und eine konsequente Innenentwicklung. Anstatt auf der „grünen Wiese“ neu zu bauen, wird vorhandene Bausubstanz sinnvoll weiterentwickelt und der historische Ortskern gestärkt.

Bereits im Jahr 2022 wurde als Fördervoraussetzung mit dem Hofeigentümer ein Erbpachtvertrag über 66 Jahre abgeschlossen. Die bisherige Scheune bildet den südlichen Baukörper des klassischen Vierseitenhofs. Zwar handelt es sich nicht um ein Einzeldenkmal, jedoch ist das Gebäude Teil des historischen Ortskerns, der unter Ensembleschutz steht. Insbesondere die prägende Fachwerkfassade bleibt daher größtenteils erhalten. Im Inneren erfolgt hingegen eine vollständige Neugestaltung nach dem sogenannten Haus-im-Haus-Prinzip. So entsteht auf einer Bruttogrundfläche von rund 2.200 Quadratmetern eine moderne Nutzfläche von etwa 1.500 Quadratmetern.

Rund 800 Quadratmeter der neuen Nutzfläche entfallen auf die Kindertagesstätte. Geplant sind vier Gruppenräume mit Platz für bis zu 72 Kinder. Der architektonische Entwurf setzt auf großzügige Spielflure, die bewusst als zusätzliche Nutz- und Spielbereiche gestaltet sind und so klassische Verkehrsflächen reduzieren.

Ein Laubengang im Obergeschoss ermöglicht den direkten Zugang zur Außenanlage und schafft zusätzliche Spielflächen auf einer weiteren Ebene. Neben der Kita entstehen in den oberen Geschossen Räume für Ergo-, Physio- und Logopädie sowie eine Büroetage für die Gemeindeverwaltung. Durch diese multifunktionale Nutzung kann das Gebäude künftig als eine Art Mehrgenerationenzentrum verstanden werden – ein Ort der Begegnung für Jung und Alt.

Bis zum Spatenstich waren zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. Besonders intensiv waren die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. Auch das Vergaberecht stellte hohe Anforderungen. Sämtliche Planungsleistungen und Fachgewerke mussten europaweit ausgeschrieben werden. Hinzu kam die baufachliche Prüfung durch die WI Bank im Rahmen der Förderbedingungen sowie umfangreiche Abstimmungen mit der Fachaufsicht für Kindertagesstätten, die unter anderem zu Anpassungen in der Raumaufteilung führten.

Die Baugenehmigung wurde schließlich im Januar 2025 erteilt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach aktuellen Berechnungen des Architekturbüros auf knapp sieben Millionen Euro. Damit bewegt sich das Vorhaben in einer Größenordnung, die in etwa einem vergleichbaren Neubau auf der grünen Wiese entsprechen würde. Ein solcher Neubau wäre jedoch weder förderfähig gewesen noch hätte er zur nachhaltigen Belebung leerstehender Gebäude im Ortskern beigetragen.

Ein Großteil der Kosten kann über das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ bezuschusst werden. Nach ersten Aussagen der Fördermittelgeber belaufen sich die förderfähigen Kosten auf rund 6,6 Millionen Euro. Die Gemeinde kann daher mit einer Zuwendung von etwa 4,4 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln rechnen. Die endgültige Fördersumme wird nach Abschluss der baufachlichen Prüfung und Beendigung der Modernisierungsarbeiten verbindlich festgelegt.

Das zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum steht dem Projekt äußerst positiv gegenüber. Zur Übergabe des letzten großen Zuwendungsbescheides reiste der Hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori am 17. Januar 2025 persönlich nach Fronhausen – ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für das Projekt.

Mit dem Spatenstich beginnt nun die sichtbare Bauphase. Die Fertigstellung des Rohbaus wird in etwa einem Jahr erwartet. Der aktuelle Bauzeitenplan sieht die Gesamtfertigstellung im Sommer 2027 vor, sodass mit dem Bezug und der Inbetriebnahme im Herbst 2027 gerechnet werden kann.